Bagatellschäden korrekt abwickeln

Ein Unfall ist schnell passiert und die Schuldfrage wird oft vor Gericht geklärt – das kann teuer werden. FOTO: ITZEHOER/TXN
Ein Unfall ist schnell passiert und die Schuldfrage wird oft vor Gericht geklärt – das kann teuer werden. FOTO: ITZEHOER/TXN
Einmal beim Ausparken nicht aufgepasst, schon ist es passiert: Der kleine Parkrempler hat eine Schramme oder Beule am Nachbarfahrzeug verursacht.

Damit aus dem Bagatellschaden keine große Sache wird, kommt es auf das richtige Verhalten des Unfallverursachers an. Ganz wichtig: Der Ort des Geschehens darf auf keinen Fall einfach verlassen werden. Wer ein anderes Fahrzeug touchiert, ist gesetzlich dazu verpflichtet, eine angemessene Zeit auf den Geschädigten zu warten. Eine Wartezeit von 30 Minuten gilt bei einer kleinen Beschädigung als Minimum. Bei größeren Parkschäden sind längere Wartezeiten zumutbar. Hat sich der Unfall bei einem Einkaufszentrum ereignet, wird der Fahrzeugeigentümer vermutlich in absehbarer Zeit zurückkehren. Wer mit einem Beifahrer unterwegs ist, kann diesen bitten, den Besitzer des anderen Autos ausrufen zu lassen. Thiess Johannssen von den Itzehoer Versicherungen erklärt: „Wenn der Geschädigte innerhalb der Wartezeit nicht zurückkommt, muss der Schaden bei der Polizei gemeldet werden.“ Es genügt nicht, einen Zettel mit den eigenen Kontaktdaten unter den Scheibenwischer des beschädigten Fahrzeugs zu klemmen. „Der könnte wegfliegen, übersehen oder von jemand anderem mitgenommen werden.“ Wer die Meldung bei der Polizei versäumt und nur seine Daten zurücklässt, riskiert eine Strafanzeige wegen Unfallflucht. Dafür drohen Geldbußen und Punkte in Flensburg. Und auch die eigene Kfz-Versicherung kann bei Fahrerflucht ihre Leistungen einschränken und den Verursacher für die Begleichung des Fremdschadens in Regress nehmen. Dann wird aus dem kleinen Malheur eine richtig teure Sache.

Profis raten zum Verkehrsrechtsschutz
    
Wer ein anderes Fahrzeug leicht beschädigt, sollte sich keinesfalls vom Unfallort entfernen – sonst drohen empfindliche Strafen. FOTO: P.NANDEENOPPARIT/123RF.COM/TXN
Wer ein anderes Fahrzeug leicht beschädigt, sollte sich keinesfalls vom Unfallort entfernen – sonst drohen empfindliche Strafen.
FOTO: P.NANDEENOPPARIT/123RF.COM/TXN
Im vergangenen Jahr hat es laut Statistischem Bundesamt mehr als 2,6 Millionen Unfälle auf deutschen Straßen gegeben. Da es fast immer um viel Geld und oft um die Gesundheit geht, werden viele Streitigkeiten vor Gericht geklärt. Wenn man seine Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche durchsetzen muss, kann das richtig teuer werden – allein deswegen empfiehlt sich der Abschluss einer Verkehrsrechtsschutzversicherung. Wie umfassend moderne Policen sind, weiß Thiess Johannssen von den Itzehoer Versicherungen: „Viele glauben, es geht nur um die Absicherung der Gerichtskosten nach einem Autounfall. Tatsächlich schützt eine private Verkehrsrechtsschutzversicherung aber nicht nur Autofahrer, sondern auch Fußgänger und genau genommen jeden, der am Verkehr teilnimmt – und zwar auch zu Wasser und in der Luft.“ Empfehlenswert ist ein Selbstbeteiligungsmodell, mit dem sich die Höhe der Beitragsabschläge anpassen lässt. Werden keine Versicherungsleistungen in Anspruch genommen, sollte die Selbstbeteiligung von Jahr zu Jahr sinken. Ist der Rechtsschutzfall nach der ersten Beratung abgeschlossen, sollte ebenso wenig eine Selbstbeteiligung fällig werden wie bei der Zahlung an ausländische Anwälte. Bei einigen Versicherungsgesellschaften greift ein umfassender Familienschutz. Deswegen lohnt es sich, auch hier genau hinzusehen. Optimal ist, wenn nicht nur der Ehe- bzw. Lebenspartner mitversichert ist, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch die Kinder und Enkel. Und wenn die eigenen Eltern bzw. Schwiegereltern im Ruhstand sind und mit dem Versicherten in einer häuslichen Gemeinschaft leben, können auch sie die Vorteile des Verkehrsrechtsschutzes nutzen. txn
    
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