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SONDERVERÖFFENTLICHUNG: AUSBILDUNGS-OFFENSIVE 2017

11.07.2017 (Aktualisiert 8:30 Uhr)
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Ohne Stress in die Berufswelt starten

Charleen lernt Kauffrau für Büromanagement FOTO: INA FASSBENDER/DPA
Der Start in die Ausbildung ist für viele aufregend. Alles ist neu, und vor den alten Hasen im Betrieb muss man sich erst einmal beweisen. Das kann ganz schön stressig sein. Jugendliche sollten daher rechtzeitig gegensteuern, wenn es ihnen zu viel wird.

Die Schule ist geschafft, der Ausbildungsplatz ergattert, endlich kann es losgehen mit dem Berufsleben. Das bedeutet aber nicht nur eine gewisse Unabhängigkeit – es bringt häufig auch noch früheres Aufstehen, lange Schichten und wenig Freizeit mit sich. Junge Menschen geraten schnell in eine Spirale aus Druck und Stress, erklärt Arbeits- und Organisationspsychologe Timo Lorenz. „Es ist deshalb ganz wichtig, die eigenen Grenzen früh auszuloten und anzuerkennen.“ In den ersten Tagen der Ausbildung ist alles neu. Jede Aufgabe ist eine Herausforderung, von der manch einer denkt, sie sei nicht zu bewältigen. Azubis sollten sich dem stellen. Haben sie die Hürde einmal genommen, wissen sie bestenfalls: Das schaffe ich wieder. „So lernt man dazu und wird immer sicherer“, sagt Lorenz. Manch einer empfindet diese erste Zeit als sehr stressig. „Solange man abends gut abschalten kann und morgens gern wieder hingeht, ist das aber nicht bedenklich.“

Anders sieht es aus, wenn sich ein Auszubildender alleingelassen fühlt mit all den neuen Aufgaben. Dann passiere es schnell, dass er sich nachts im Bett herumwälzt und morgens schon mit Übelkeit zur Arbeit fährt. Wird das zum Dauerzustand, stimmt etwas nicht. Azubis sollten in dem Fall mit ihrem Vorgesetzten oder einem erfahrenen Kollegen sprechen und um Hilfe bitten.

Hilfe von erfahrenen Kollegen. FOTO: KLAUS-DIETMAR GABBERT
Hilfe von erfahrenen Kollegen.
FOTO: KLAUS-DIETMAR GABBERT
Feedback einholen hilft gegen Unsicherheit

Stress im Job entsteht Lorenz zufolge auch dadurch, dass jemand das Gefühl hat, nicht genug zu leisten. „Wir Menschen sind keine Maschinen, immer 120 Prozent geben kann niemand.“ In dem Fall sollte sich der Azubi Feedback einholen. „Häufig stellt derjenige dann fest, dass die anderen sehr zufrieden mit der Arbeit sind.“

Burn-out-gefährdet ist Lorenz zufolge aber nicht nur, wer sich überfordert fühlt. Auch wer seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, sollte auf sich achtgeben. „Da besteht immer die Gefahr der Selbstausbeutung, weil man so begeistert ist von dem, was man tut.“ Manche Ausbildungsberufe – beispielsweise in der Pflege – seien dafür prädestiniert. „Wer täglich mit Menschen und ihren Schicksalen zu tun hat, sollte darauf achten, dass er das nicht mit nach Hause nimmt.“

Auch wenn der Beruf zum Leben gehört: Ausgleich ist wichtig

Wie eine gesunde Distanz zum Job gelingt, muss jeder für sich herausfinden. „Vielen helfen Rituale, um abzuschalten.“ Die Kleidung wechseln oder nach der Arbeit duschen zum Beispiel signalisiert auch dem Kopf: Jetzt ist Feierabend. „Einen gewissen Ausgleich zwischen Job und Privatleben zu schaffen, ist von Anfang an wichtig“, betont Lorenz – wenngleich er das Wort Work-Life-Balance nicht so gern mag. „Es impliziert, dass der eigene Beruf nicht zum Leben gehöre.“ Lorenz bevorzugt den sperrigeren Begriff Life-Domain-Balance, also eine Balance zwischen den Lebensbereichen zu erreichen. Wer das früh übt, schützt sich von Beginn an vor zu viel Stress und Überlastung. (dpa)

Was rechtens ist und was nicht

● Ausbildungsplan: Zum Ausbildungsvertrag gehört ein Ausbildungsrahmenplan. Darin steht, wann welche Teile der Ausbildung im Betrieb anstehen. Manche Auszubildende müssten Tätigkeiten ausüben, die gar nichts mit der Ausbildung zu tun haben, sagt Habermaaß. Es sei ebenfalls ein Problem, wenn Azubis Aufgaben erledigen müssen, die zwar im Plan stehen – diese aber fast ausschließlich machen. Ein Beispiel: Ein Azubi in einem Kfz-Betrieb muss über Monate immer nur Reifen wechseln.

● Arbeitszeit: Für alle Azubis gilt: Die Zeit in der Berufsschule ist Arbeitszeit – inklusive Pausen. Wer über 18 Jahre alt ist, muss noch im Betrieb weiterarbeiten, wenn die Arbeitszeit mit der Zeit in der Berufsschule nicht erfüllt ist. Für Azubis unter 18 Jahren gibt es gesonderte Regeln, die im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt sind.

● Überstunden: Azubis müssen nur freiwillige Überstunden machen. „Das heißt, Auszubildende dürfen nicht einfach angewiesen werden, länger zu bleiben, weil es im Betrieb zu wenig Personal gibt“, erklärt Habermaaß. Ausnahmen sind absolute Notfälle. Personalknappheit ist kein Notfall. (dpa)
NEU beim Diakonischen Institut in Dornstadt ab 01.04.18: Berufsbegleitende Ausbildung zum Heilpädagogen / zur Heilpädagogin

Voraussetzung ist eine pädagogischen Ausbildung und eine einjährige Praxis. Die Ausbildung kann auch ohne Berufstätigkeit z. B. in der Familienphase absolviert werden.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Unterricht ist 14-tägig donnerstagabends und freitags. Innerhalb der Ausbildung gibt es 3 Blockwochen. HeilpädagogInnen unterstützen Menschen aller Altersgruppen, deren Entwicklung unter erschwerten Bedingungen verläuft. Dabei verfolgen sie das Ziel, Inklusion, gesellschaftliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Sie diagnostizieren, fördern, begleiten und beraten Menschen mit Unterstützungsbedarf, deren Familien und das soziale Umfeld ganzheitlich.

Tätigkeitsbereiche: Frühförderstellen, Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, Integrations- und Inklusionsbegleitung, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Beratungsstellen, in freier Praxis.

Infos:
www.diakonisches-institut.de
IHK Ulm

Die Bildungsangebote der Handwerkskammer

Das aktuelle Bildungsprogramm bietet dem Handwerk ein breites Weiterbildungsspektrum mit Perspektiven für Nachwuchs, Betriebe und Mitarbeiter. Im Zentrum stehen neben Meistervorbereitungskursen, technischen Fachlehrgängen und Firmen-Seminaren auch die immer stärker nachgefragten Weiterbildungen im Bereich Unternehmensführung und Betriebswirtschaft.

Neu im Angebot ist hier der Geprüfte Kaufmännische Fachwirt (HwO), der als Ergänzung zum Geprüften Betriebswirt (HwO) ins Portfolio aufgenommen wurde. Erweitert wurde zudem das Angebot zu Themen innovativer Energietechnologien, das sich insbesondere an die Gewerke im Bereich Bau, Elektro und SHK wendet. Das Bildungsprogramm 2018 wird darüber hinaus auch zusätzliche Bildungsangebote zum Zukunftsthema „Digitalisierung“ enthalten.

Susanne Schwaderer, Leiterin der Bildungsakademien der Handwerkskammer Ulm, dazu: „Handwerk lernt beim Handwerk“. Im Dialog und persönlichen Gespräch kann für jeden Interessierten ein individuelles und maßgeschneidertes Kurs- und Weiterbildungsangebot entwickelt werden. Die Umsetzung erfolgt dann an den Bildungsstandorten in Ulm, Friedrichshafen und Schwäbisch Gmünd. Bei Firmenseminaren sogar direkt vor Ort im eigenen Betrieb.

Info und Beratung:
www.hwk-ulm.de/weiterbildung

In der Lagerlogistik ist Ordnung alles

Anleitung durch den Ausbildungsleiter. FOTO: FRANK RUMPENHORST/DPA
Anleitung durch den Ausbildungsleiter.
FOTO: FRANK RUMPENHORST/DPA
Früher fuhren Lagerlogistiker mit der Sackkarre Kisten von einem Regal zum nächsten. Inzwischen sind die Hallen riesengroß und viele Prozesse darin automatisiert. Wer Fachkraft für Lagerlogistik wird, hat deshalb einen ziemlich anspruchsvollen Job.

Unzählige Produkte in unzähligen Kisten, verteilt auf unzählige Regale in einer riesigen Lagerhalle. Kisten werden angeliefert und ausgeliefert – wo kommen sie hin und wie findet man sie, wenn man sie braucht? Wer behält hier den Überblick? Willkommen in der Welt der Lagerlogistik!

Extrem durchplant und getaktet

Arsenio Prihodko ist in ihr zu Hause. Er navigiert den Gabelstapler an den Regalkilometern entlang, bucht eingegangene Waren ins Bestandssystem und macht bestellte Auslieferungen auf die Minute genau fertig. Er behält den Überblick in dieser scheinbar chaotischen, tatsächlich aber extrem durchgeplanten und getakteten Umgebung. Prihodko, 25, ist im letzten Jahr seiner Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bei der Zufall Logistics Group in Fulda.

Die technische Entwicklung der Logistiksysteme schreitet immer weiter voran, die Umschlagzahlen steigen, Zeitvorgaben werden enger. „Im Lager arbeiten, bedeutet längst nicht mehr, mit der Sackkarre Kisten von rechts nach links zu schieben“, erklärt Monika Kühnel von der Industrie- und Handelskammer Berlin. Sie betont: „Die Tätigkeit in der Logistikbranche hat sich zu einer hochqualifizierten Aufgabe entwickelt.“

Sie ist längst nicht mehr so körperlich wie früher – der Automatisierung sei Dank. Zwar muss man immer mal Kisten schleppen, doch das meiste machen die Maschinen. Die wickeln zum Beispiel die Euro-Paletten mit Klarsichtfolie ein. „Das nimmt uns die vollautomatische Wickelanlage ab“, sagt Prihodko. Er muss dabei nur die richtigen Knöpfe drücken. An einigen Standorten kann er Waren mit einem Scanner ins System einbuchen. Der allgemeine Trend gehe dorthin, erläutert er. Zeit sparen und die Fehlerquote minimieren, das erhofft man sich von dieser automatischen Abwicklung.

Die Regalsysteme sind oft kilometerlang. FOTO: FRANK RUMPENHORST/DPA
Die Regalsysteme sind oft kilometerlang. FOTO: FRANK RUMPENHORST/DPA
Zweijährige und dreijährige Ausbildung möglich

Drei Jahre dauert die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Zu den Aufgaben gehört es, Fördersysteme zu bedienen, Stapler zu fahren, den Wareneingang zu kontrollieren und Lieferungen zu packen. Dazu kommen kaufmännische Inhalte wie Inventuren. An dieser Stelle unterscheidet sich die Fachkraft vom Fachlagerist, der zwei Jahre ausgebildet wird und vor allem die praktische Arbeit im Lager lernt, sagt Anke Kock vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Nach bestandener Prüfung können Fachlageristen aber ein Jahr Ausbildung anhängen, um sich zur Fachkraft für Lagerlogistik weiterzuqualifizieren. Die Fachkräfte sind gefragt, denn viele Firmen haben ein großes Lager. 2014 gab es laut BIBB gut 24 000 angehende Fachkräfte für Lagerlogistik in Deutschland.

Arsenio Prihodko arbeitet bei einem Logistik-Spezialisten. Die Zufall Logistics Group wickelt logistische Aufgaben für Privatleute, aber auch Aufträge von Großkonzernen ab. Für solche Kunden übernimmt die Zufall Logistics Group die komplette Logistik. Das ist weit mehr als nur eine Zwischenlagerung der Produkte. Sämtliche Aufgaben vom Wareneingang bis zur Organisation von Transport-Lkw gehören dazu.

Mitunter werden die Waren neu verpackt. „Wir konfektionieren viel um“, sagt Prihodko. Das bedeutet, die Waren werden neu verpackt, umetikettiert und mitunter zu speziellen Paketen zusammengestellt. Zu Weihnachten würden oft besondere Pakete gemacht, bei denen es zu dem Gerät noch eine kleine Extrazugabe gibt.

Gute Abstimmung mit den Kollegen

Teamfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit sind zwei wichtige Eigenschaften in dem Beruf, sagt der Azubi. Wenn die Laster vor den Laderampen stehen, müssen die Lieferungen transportfertig sein. Dafür braucht es eine genaue Planung sowie Zuverlässigkeit der einzelnen Kollegen und eine gute Abstimmung untereinander. Denn Zeit ist an der Stelle häufig bares Geld.

„Wer sich in der Ausbildung bewährt, hat gute Chancen auf Übernahme“, sagt Kühnel. Firmen bilden oft für den eigenen Bedarf aus. Im ersten Ausbildungsjahr liegt die Vergütung in den alten Bundesländern laut BIBB bei 848 Euro (neue: 761), im dritten Lehrjahr ist sie dann bis auf 994 Euro (neue: 903) gestiegen.

Für Arsenio Prihodko geht die Ausbildung nach seinem Abschluss in diesem Sommer gleich weiter. Er schließt ein Bachelor-Studium in Logistik-Management an. Danach wird er noch viel tiefer in die Logistik einsteigen und wohl deutlich mehr am Schreibtisch arbeiten als jetzt, wo er mit seinen Arbeitskollegen zwischen unzähligen Kisten unterwegs ist. „Dann geht es vom Lager ins Büro. Tom Nebe

Jetzt bewerben!

Die Bewerbungsphase für den Ausbildungs- und Studienbeginn im Herbst 2018 beginnt spätestens im August 2017. Bei über 10.000 Studiengängen und 320 verschiedenen Ausbildungsberufen ist es schwer, den Überblick zu behalten. Mit Hilfe des IHK-Kompetenzchecks (Zugangsdaten erhältlich unter: spaeth@ulm.ihk.de) und einem anschließenden Beratungsgespräch können wir Chancen aufzeigen und gemeinsam nach passenden Unternehmen suchen.

Zudem bietet die IHK Ulm Abiturienten und deren Eltern vom 10. bis 13. Juli die Möglichkeit, in einer Woche mit verschiedenen Angeboten optimal auf die Bewerbungsphase vorbereitet zu sein.

Weitere Informationen finden Sie auf der Startseite der IHK Ulm unter
www.ulm.ihk24.de
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Bildungsakademie Ulm
Diakonisches Institut
Schreiner GmbH
Deutsches Erwachsenen-Bildungswerk
Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V.