Schwäbische.deSchwäbische.de
Wolkig 4
Ravensburg

SONDERVERÖFFENTLICHUNG: 20 JAHRE LÄMMLE

13.09.2017 (Aktualisiert 8:30 Uhr)
           ANZEIGE

20 Jahre Lämmle

Als der damals 27-jährige angehende Bauingenieur Stefan Lämmle im Jahr 1997 sein Recyclingunternehmen in Füramoos gründete, steckte er noch mitten in der Diplomarbeit. Heute sagt der inzwischen 47-Jährige: „Damals war gerade das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz in Kraft getreten, Müll deponien wurden geschlossen und man musste neue Entsorgungswege finden. Da sah ich Chancen, einen erfolgreichen Recyclingbetrieb zu starten.“ Heute hat er sein Studium an der Fachhochschule Karlsruhe längst erfolgreich abgeschlossen, ist verheiratet und hat mit seiner Frau Gabriele drei Kinder. Während er sich in den Anfangstagen alleine um alles in der Firma kümmern musste, sind heute rund 40 Menschen im Unternehmen tätig.

Lämmle hat mit Dienstleistungen rund ums Recycling, also der Gewinnung und Verwertung von Wertstoffen aus vermeintlichen Abfällen, begonnen. Er stellte Container, kümmerte sich ums Baustoffrecycling und trennte Abfälle von Wertstoffen, die er sortierte, zunächst per Hand, später maschinell. Inzwischen kümmern sich die Mitarbeiter aber auch um die Entkernung und den Rückbau – also den Abriss – von Gebäuden. Auch das habe mit dem Rückgewinnen von Rohstoffen zu tun, sagt der Firmengründer. Schließlich liegen in Abrisshäusern beispielsweise Kupferkabel oder Wasserleitungen aus Metall, die eingeschmolzen werden können, ebenso wie der Bewehrungsstahl im Beton. Auch für Holzbalken gibt es eine Anschlussverwendung. Selbst den alten Beton kann man wieder verwenden, wenn er entsprechend getrennt und zerkleinert wurde. Dieser kommt zum Beispiel im Straßenbau zum Einsatz. Das Thema „Rückbau“ sei Anfang der 2000er-Jahre aufgekommen, als Stefan Lämmle den Tief- und Straßenbaubetrieb seines Vaters übernahm. „Die Leute vom Tief- und Straßenbau kannten sich ja mit der Materie aus“, sagt er. Man habe eben nur den Fokus ändern müssen. „Früher wurde ein Gebäude eingerissen, kleingemacht und auf eine Deponie gekippt. Wir haben aber früh erkannt, dass da noch viele Wertstoffe drin sind“, sagt Lämmle.
Menschen mit Profil und Werten
Menschen mit Profil und Werten
Die Entkernung vor dem Rückbau sei ein logischer Schritt gewesen. Schließlich ist es einfacher, erst so viele Wertstoffe wie möglich geplant aus einem Abrissgebäude zu holen als erst nach dem Abriss alles mühevoll zu sortieren. Lämmle sagt: „Wir fragen uns immer, wie wir Wert- und Schadstoffe möglichst effizient aus einem Gebäude holen. Darum entwickeln unsere Ingenieure ein Rückbaukonzept, also einen Plan, nach dem Schad- und Wertstoffe gezielt aus dem Gebäude geholt werden.“ Erst danach wird es abgerissen.

Die Sparten des Unternehmens ergänzen sich also gegenseitig. Lämmle spricht in diesem Zusammenhang gerne vom „schlüsselfertigen Abriss“. „Dass alles aus einer Hand kommt, ist in unserer Branche eher ungewöhnlich“, sagt er. Er erklärt: „Das Engineering ist bei uns eine wichtige Schnittstelle, um die Entkernung effizient zu gestalten. Wir verstehen uns da aber ganz klar als sinnvolle Ergänzung und keineswegs als Wettbewerber zu bestehenden Ingenieurbüros.“

An der Füramooser Lämmle Recycling GmbH sind weitere Unternehmen beteiligt. So ermöglichte der Einstieg der Reloga-Gruppe – einer kommunalen Entsorgungsgesellschaft aus dem Bergischen Land und der Stadt Leverkusen – im Jahr 2000 den Füramoosern den Zugang zu kommunalen Anlagen und Deponien außerhalb des Kreises Biberach. Seit Juli 2015 ist die Oberstdorfer Firma Geiger an der Lämmle Recycling GmbH beteiligt. Auch diese Beteiligung diene der strategischen Erweiterung der Entsorgungs- und Verwertungsmöglichkeiten, erklärt Stefan Lämmle. Er sagt: „Unser Unternehmen unterscheidet sich in vielen Bereichen vom gewöhnlichen Wettbewerb, und das ist unser Erfolg.“ Die Lämmle Recycling GmbH arbeitet oft dort, wo man es nicht gleich sieht. Sie ist Entsorger für Firmen wie Geberit in Pfullendorf oder das Versandhaus Walz in Bad Waldsee. Wo man die Leute von Lämmle aber gut sehen konnte, war beim Abbruch des Postareals am Biberacher Hauptbahnhof. Auch hier ging es um die bestmögliche Verwertung der Wertstoffe im alten Postgebäude. (cs)

LÄMMLE RECYCLING GMBH

Riedweg 3
88436 Eberhardzell-Füramoos
T: 07358 966-0
F: 07358 966-10
www.laemmle.de
Geiger Gruppe
Reloga